Nano - Was genau ist Nanotechnologie

Das Wort Nano ist griechischer Abstammung. Im Griechischen heisst es „nanno“ und bedeutet nichts anderes als Zwerg. Nano kann einfach mit „winzig klein“ verbunden werden. Um sich diese minimalen Dimensionen einmal deutlich zu machen, kann sich jeder einen Nanometer als einen Milliardstel Meter vorstellen. Doch so etwas liegt fernab jeglicher Vorstellungskraft. Das wohl kleinste technische Meisterwerk ist immer noch der PC-Chip. Es lässt sich äusserst schwer, ja geradezu unmöglich vorstellen, dass so eine geballte Ladung an Technik in so einem winzigen Teilchen Platz findet. Aber gerade das macht die Nanotechnologie aus, allerhöchster technischer Standard, der auf minimalstem Raum untergebracht ist.

Die Forscher arbeiten schon seit langem daran, Motoren oder Roboter herzustellen, die mit blossem Auge gar nicht mehr sichtbar sind. Sie sollen irgendwann nur noch Millionstel Millimeter Grösse besitzen. Erstmals gelang es im Jahre 2000 dem amerikanischen Professor Carlo Montemagno, einen Nanokopter zu entwickeln. Diese winzig kleine Maschine ist tatsächlich nur unter einem Elektronenmikroskop sichtbar. Nanotechnologie wird unser Leben verändern. Davon sind zumindest einige Forscher felsenfest überzeugt. Hiess es vor ein paar Jahren noch, dass die Nanotechnologie bald Einzug in unseren Alltag nehmen wird, so ist dies heute längst geschehen. Die Nanotechnik hat es sich zur Aufgabe gemacht, Produkte im allerkleinsten Massstab herzustellen. In der Zukunft wird es möglich sein, dass Nanoroboter in der Medizin eingesetzt werden. Sie werden es möglich machen, dass Medikamente direkt in menschliche Krebszellen injiziert werden.

Aber schon jetzt findet sich das Wort Nano häufig in unserem Alltag wieder. Es gibt die unterschiedlichsten Einsatzbereiche für die verschiedenen Nanoprodukte. Ob nun im Haushalt im Einsatz oder vielleicht auch im KFZ-Bereich, die Nanotechnik ist schon fast überall zu finden. Der Einsatz von Nanotechnologie im Haushalt spiegelt sich vor allen Dingen in Sachen Hausreinigung wieder. Die Reinigung nanobehandelter Flächen geht wesentlich schneller voran als die Reinigung normaler, unbehandelter Flächen. „Schuld“ daran ist der sogenannte Lotusblüteneffekt. Dieser funktioniert wie folgt: Die Lotusblüte steht immer mit einem tadellosen Aussehen da. Doch woran liegt das? Die Blattoberfläche der Lotusblüte ist mit winzigen Erhebungen versehen. Eine richtige Noppenstruktur bedeckt das ganze Blatt der Pflanze.

Durch diese Noppen können Wasser, Schmutz oder andere Partikelchen nicht haften bleiben. Ausserdem wird eine hauchdünne Wachsschicht mit aufgetragen, die diesen wunderbaren Effekt noch verstärkt. Bis vor kurzem hiess es immer, dass sich glatte Flächen wesentlich leichter reinigen lassen würden als raue. Mit dem Einsatz von Nano-Reinigungsmitteln im Alltag wird diese Aussage komplett widerlegt. Mit den Nano-Reinigern wird es möglich, Glasflächen vollständig zu versiegeln. Dadurch perlen die Schmutzpartikelchen förmlich ab und der Lotusblüteneffekt ist erreicht. Während sich auf glatten Flächen häufig der ganze Schmutz ablagert, perlt dieser auf nanobehandelten Flächen einfach ab. Manch eine Glasversiegelung kommt sogar in Kombination mit einem Selbstreinigungseffekt. Dieser ist besonders effektiv bei Solarpanels, Dachfenstern und auch bei Wintergärten. So muss viel seltener geputzt werden, denn der Schmutz perlt einfach von den Flächen ab.

Es gibt auch Produkte zur Glas-Keramik-Versiegelung. Diese schützen besonders die Badewanne, das Waschbecken, Dusche, WC und Spiegel. Aber nicht nur die Verschmutzung wird eingegrenzt. Auch die Ablagerung von Kalk wird nahezu unmöglich. Derartig vorbehandelte Flächen lassen sich blitzschnell säubern. Der Schmutz kann schliesslich nicht oder kaum noch anhaften. Aber nicht nur im Haushalt kommen derartige Produkte zum Einsatz. Besonders im Kfz-Bereich sind die Vorzüge der Nano-Produkte seit einiger Zeit nicht mehr wegzudenken. Mit Hilfe der Nano-Produkte wird es möglich, ganze Flächen komplett zu versiegeln.

Dabei gibt es kaum Einschränkungen in den Materialen. Die Versiegelung von Glas, Chrom, Leder, Edelstahl und Textil ist inzwischen eine beliebte Sache. Versiegelte Scheiben bieten die Basis für ein sichereres Fahren. Die wesentlich verbesserte Sicht gewährleistet ein angenehmeres Fahrgefühl. Bei höheren Geschwindigkeiten perlen Regen und Schnee einfach nur von der Scheibe ab. Das hat zur Folge, dass sich der Fahrer extrem sicher fühlen kann und keinerlei Beeinträchtigungen seiner Sicht hinnehmen muss. Wer einmal versiegelt hat, der will es immer wieder. Eine Versiegelung reicht für ca. 30.000km Fahrt oder etwa ein Jahr lang aus. Anschliessend muss die Versiegelung nur erneuert werden, damit dieselben Vorzüge auch wieder in Kraft treten können. Neben solchen Mitteln zum Reinigen und Versiegeln gibt es mittlerweile auch schon selbstreinigende Dachziegel und sogar eine Fassadenfarbe mit dem Lotusblüteneffekt. Dadurch bleiben Dach und Fassade immer ansehnlich und müssten nur noch sehr selten professionell gereinigt werden. Das spart neben den Kosten auch Zeit und Nerven. Wer ein Auto besitzt, der wird jetzt denken, dass schmutzige Autos ab sofort der Vergangenheit angehören. Leider ist dies nicht möglich. Da Lotusoberflächen nicht glänzen, sondern matt und ausgepowert wirken, ist es unmöglich, dieses Nanoprodukt auch gleich für die Autoreinigung einzusetzen. Als Versiegelungsmittel für die Scheiben jedoch, bieten die Nanoprodukte Autofahrern entscheidende Unterstützung. Mit der Entwicklung dieser Produkte gelang den Forschern ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Endlich konnte man sich etwas aus der Natur für die eigenen Belange abgucken und zunutze machen.

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